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18.12.2009

Keine neuen Ampeln an der Schleuse Kreistag FDP-Antrag für Neue Mühle abgelehnt / SPD will Stasi-Überprüfung

LÜBBEN An der Schleuse in Neue Mühle wird es keine zusätzlichen Ampeln für Fußgänger und Radfahrer geben. Der FDP-Antrag wurde am Mittwoch im Kreistag in Lübben mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Königs-Wusterhausener Abgeordnete und FDP-Fraktionschef RAIMUND TOMCZAK hatte zuvor noch einmal um Unterstützung geworben. Die zusätzlichen Ampeln ermöglichten es Fußgängern und Radfahrern, vor den Autos sicherer über die schmale Straßenbrücke zu kommen. „Wir appellieren an den Kreis, gemeinsam mit der Stadt eine einfache Lösung zu finden“, sagte TOMCZAK. Nach dem FDP-Vorschlag sollten die Ampeln auf beiden Seiten direkt vor der Brücke aufgestellt werden und das Signal der jetzigen Ampeln, die einige Meter vor der Brücke stehen, einige Momente früher anzeigen. Die Kosten bezifferte er auf 15 000 Euro, von denen die Stadt Königs Wusterhausen die Hälfte übernehmen würde, wie TOMCZAK sagte.

Doch die Kreistagsabgeordneten fanden das nicht überzeugend genug. Die Verwaltung hatte zuvor in den Ausschüssen dargelegt, warum die Errichtung zusätzlicher Ampeln an der Schleuse keinen Sinn mache. Experten rieten sogar davon ab. Die Einschätzung beruht auf einem Gutachten zur Verkehrssituation an der Schleuse, das der Kreis anfertigen ließ. Es kommt zu dem Schluss, dass die jetzige Ampelregelung eine „ausreichende Qualität der Verkehrsabläufe gewährleistet“. Es wurde eine Spitzenbelastung von 663 Fahrzeugen in der Stunde am Nachmittag ermittelt. Insgesamt ging das Verkehrsaufkommen an der Schleuse von einst 7000 Fahrzeugen täglich auf 5000 zurück.

Eine Empfehlung aus dem Ordnungsausschuss, Ampeln testweise aufzustellen oder die vorhandenen Ampeln näher an die Brücke zu rücken, wurde in der Verwaltung verworfen. „Wir haben diesen und weitere Vorschläge genau geprüft und festgestellt, dass es nicht machbar ist“, sagte der Beigeordnete Wolfgang Schmidt. „Für die Fußgänger ist es dort sicher keine schöne Situation, aber dennoch: wir haben hier ganz offenbar ein funktionierendes System.“

Für Fußgänger gebe es ab März wieder einen Überweg. Für Radfahrer, Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Kinderwagen würde sich die Situation nur mit einer breiteren neuen Straßenbrücke oder einer weiteren Brücke spürbar verbessern.

Im Kreistag wurde ein Rahmenkonzept zur Personalentwicklung bis 2020 beschlossen. Die Vorlage von Landrat Stephan Loge (SPD) wurde von allen Fraktionen gelobt. Vorgesehen ist unter anderem, in den kommenden Jahren 15 bis 20 Stellen abzubauen und Teilzeitbeschäftigung zu fördern. Neue Beamtenstellen soll es grundsätzlich nur noch für hoheitliche Aufgaben geben. Der Kreis hat derzeit 866 Beschäftigte, darunter sind 99 Beamte. Die meisten Angestellten sind im mittleren und gehobenen Dienst tätig. In der Kreisverwaltung arbeiten vor allem Frauen, ihr Anteil beträgt 72 Prozent. Das spiegelt sich jedoch nicht in der Führungsspitze wider, die komplett von Männern besetzt ist. Bei den Führungskräften insgesamt ist das Bild ausgewogener, die Chefposten sind zu 45 Prozent mit Frauen besetzt.



Die Stasi-Debatte im Landtag hat auch Auswirkungen auf den Kreistag. SPD-Fraktionschef Martin Wille kündigte einen Antrag zur Stasi-Überprüfung aller Kreistagsabgeordneten an. Die SPD und ihr Koalitionspartner CDU wollen ihn im Februar einbringen. „Wir werden uns als Kreistag nicht davor wegducken können“, sagte Wille. Zuletzt hatte es 1998 einen Kreistagsbeschluss zur Stasi-Überprüfung gegeben. Nach der Kommunalwahl 2003 wurde darauf verzichtet. Der jetzige Kreistag wurde 2008 gewählt. paw

Quelle: Märkische Allgemeine, Dahme Kurier, 18.12.2009