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28.04.2010

Brandenburg und Berlin bewerben sich um die ILA Messe Landesregierung stimmt in letzter Minute Konzept zu / Entscheidung am 10. Mai

Die Luft- und Raumfahrtausstellung könnte doch noch in der Region bleiben. Berlin und Brandenburg wollen dazu 23 Millionen Euro aufbringen.


Von Gerald Dietz

POTSDAM Brandenburg ist knapp an einem vorzeitigen Aus für den Verbleib der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in der Region vorbeigeschrammt. Nach Abstimmungen mit den Regierungsfraktionen und dem Berliner Senat bis zuletzt hat das Landeskabinett gestern das Konzept für eine Bewerbung um die Messe ab 2012 abgenickt.

Das Konzept der beiden Länder werde jetzt umgehend auf den Weg gebracht, kündigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) in Potsdam an. Die Zeit drängt: Die Bewerbungsfrist des Bundesverbands der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Veranstalter läuft bereits am morgigen Donnerstag ab. Am 10. Mai soll dann endgültig eine Entscheidung zwischen den Interessenten getroffen werden. Auch Leipzig, Köln-Bonn und Hannover haben sich inzwischen beworben.

Für Brandenburg und Berlin ist das vereinbarte Konzept laut Christoffers mit Risiken in Höhe von 23 Millionen Euro verbunden. „Ich bin froh über die Entscheidung, denn ich halte die ILA aus wirtschaftsstruktureller Sicht für wichtig“, so der Minister.

Das neue Konzept war nötig geworden, weil die Messe nach Eröffnung das neuen Großflughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) nicht mehr am alten Standort bleiben kann. Jetzt ist ein neues Gelände nahe dem benachbarten Selchow geplant – in das aber zunächst investiert werden muss.

Die CDU-Opposition warf der Landesregierung einen fahrlässigen Umgang mit der ILA vor. Rot-Rot habe durch „monatelange Untätigkeit leichtfertig das Vorkaufsrecht für die ILA verspielt“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Dierk Homeyer. „Die ILA muss als Quelle von Wohlstand in der Region erhalten bleiben“, forderte sein Kollege von der FDP, Raimund TOMCZAK. Der neue Standort sei auch langfristig als zusätzlicher Messeplatz wichtig.


Die Grünen kritisierten dagegen die Kabinettsentscheidung. Die ILA sei zu großen Teilen eine Leistungsschau der Rüstungsindustrie, deren Finanzierung „keine originäre Zuständigkeit der öffentlichen Hand“ sei, sagte der verkehrspolitische Sprecher Michael Jungclaus.