So prall war der Sparstrumpf des
Kreises wohl noch nie gefüllt. 30 Millionen Euro wurden angehäuft. Da könnte
sogar die berühmte Comic-Ente Dagobert neidisch werden.
Von Frank Pawlowski
LÜBBEN Die Disney-Figur Dagobert hortete Millionen im Geldspeicher, wurde so
zur „reichsten Ente“ der Welt. An der Schatztruhe des Kreises Dahme-Spreewald hätte sie ihre helle Freude gehabt. Zwei
erfolgreiche Haushaltsjahre lassen die Rücklage auf märchenhafte 30 Millionen
Euro anwachsen. Der Landkreis ist reich wie Dagobert.
Landrat Stephan Loge (SPD) hört das allerdings nicht so gern. „Es ist positiv,
wenn man so gut abschneidet – aber auch gefährlich.“ Die Dagobert-Millionen
wecken Begehrlichkeiten. Im Kreistag hat die Diskussion um die Aufteilung schon
begonnen. Die FDP-Fraktion fordert, den Gemeinden Geld zu erstatten, das sie an
den Kreis zahlen mussten. Außerdem sollen ihre Abgaben drastisch gesenkt
werden. Statt wie bisher 40,5 Prozent ihrer Einnahmen sollen sie nach dem
Willen der Liberalen nur noch 37 Prozent an den Kreis abführen. Neue
Förderprogramme des Kreises mit den Dagobert-Millionen lehnt Fraktionschef Raimund Tomczak kategorisch
ab. „Wohltaten können die Gemeinden selbst verteilen. Sie wissen am besten, wo
das nötig ist.“
In der Kreistags-Koalition von SPD und CDU gibt es ebenfalls Überlegungen, die
Kommunen zu entlasten. Offen ist nur noch, in welchem Umfang das geschieht.
Fraktionschef Michael Kuttner vom Juniorpartner CDU
kann sich vorstellen, die Gemeindeabgaben „zwischen 1 und 2 Prozent“ zu senken.
„Wir werden uns dafür einsetzen, Gelder in den Orten zu belassen“, verspricht
er. Wenn es nach der CDU geht, passiert das sogar noch in diesem Jahr. Bei nur
einem Prozent hätte Königs Wusterhausen zum Beispiel 400 000 Euro mehr zur
Verfügung.
Doch Dagobert ist auch ein Geizhals. Lässt der Landrat überhaupt jemanden heran
an den Geldschatz? „Es wird zu einer Senkung der Umlage kommen“, sagt er, und
betont zugleich. „Aber wir dürfen nicht leichtsinnig werden. Die guten Zahlen
blenden ein bisschen.“ Der Schatz wird also nicht verjubelt, sondern als Pfand
für schlechte Zeiten gehütet. Schon seit Jahren gibt der Kreis mehr aus als er
einnimmt, konnte die Haushaltslöcher aber immer selber stopfen – nun helfen
dabei die Dagobert-Millionen.