Von Ute Sommer
POTSDAM Der Filmheld hetzt eine einsame Straße
entlang – bei strömendem Regen. Einige Handgriffe von Frank Alexander Zahn, und
der Regen nimmt ab. Oder soll es lieber Schnee sein?
Zahn ist Chef der Exozet Group GmbH & Co. KG in
Berlin, die sich im Bereich der visuellen Filmeffekte einen Namen gemacht hat.
Ein Projekt der Firma ist Aurora 2.0, mit dem während eines Filmdrehs
Wettereffekte in Echtzeit auf den Bildschirm gezaubert werden können.
An Aurora arbeiten sowohl der Berliner als auch der Potsdamer Standort von Exozet. Beide Länder fördern das Projekt. Für Firmenchef
Zahn war es gar nicht so einfach, die Förderung zu regeln. Alle Beteiligten –
darunter die Investitionsbanken der Länder – hätten zwar geholfen, „aber für
uns war es ein zusätzlicher Aufwand“, sagt Zahn und verweist auf
unterschiedliche Formulare und Modalitäten in beiden Ländern.
Künftig könnte das Prozedere einfacher werden. Dank
der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Brandenburg und Berlin, die
gestern in Potsdam vorgestellt wurde. Sie soll Firmen der Region in
zukunftsorientierten Branchen „einen leichteren Zugang zu Kooperationspartnern
ermöglichen“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke).
Werden die Partner in beiden Ländern gefördert, soll eine Bank die Rolle des
Koordinators übernehmen und das Verfahren beschleunigen.
Christoffers betonte, dass zum ersten Mal zwei Bundesländer auf diese Art
kooperieren. Sein Berliner Amtskollege Harald Wolf (Linke) sieht „eine neue
Qualität im Zusammengehen beider Länder“. Sie wollen in fünf Bereichen
Wissenschaftler und Unternehmer zusammenbringen, neue Projekte initiieren und
die Region stärken. Dabei geht es um Gesundheitswirtschaft, Energietechnik,
Verkehr und Logistik, Medien sowie Optik. Hier sehen die Landesregierungen
Chancen für die Region im internationalen Wettbewerb. Jeder Bereich soll ein
eigenes Management als Ansprechpartner für Firmen und Institute bekommen.
Dieses Konzept sei „keine Eintagsfliege“, sagte Wissenschaftsministerin Martina
Münch (SPD). Es seien „grundsätzliche Zukunftsthemen“ identifiziert worden.
Die Opposition versprüht weniger Euphorie. Die CDU wirft Christoffers
Ideenlosigkeit vor. Dass er „die erfolgreiche Politik seines Amtsvorgängers“
Ulrich Junghanns (CDU) fortsetze, sei gut, sagt Dierk
Homeyer. Er erwarte aber auch „neue Ideen und einen tatkräftigen Minister“. Die
FDP sieht die Strategie positiv, warnt aber davor, dass vor allem große
Institutionen profitieren könnten und zu wenig für kleine Firmen getan werde, so
Wirtschaftsexperte Raimund TOMCZAK.